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Lehrer informieren über ihre Fächer in der Oberstufe

Interviews von Ewelina Zankowitsch

Kunst:

Schülerin:
"Guten Tag, Sie sind doch Kunstlehrer oder?"
Herr K.:
"Ja, das bin ich."
Schülerin:
"Kann ich mit ihnen ein Interview zum Thema ,Kunst in der Oberstufe´ machen?"
Herr K.:
"Ja gerne."
Schülerin:
"Kunst! - Die meisten hatten es schon in der Unterstufe. Ist der Kunstunterricht in der Oberstufe genauso?"
Herr K.:
"Ne, ist anders. In der Oberstufe geht der Unterricht mehr in die Tiefe. Man spricht über Kunst und interpretiert Kunstwerke. Die Arbeiten die angefertigt werden sind auch umfangreicher."
Schülerin:
"Interpretieren in der Kunst? Ist Malen lernen nicht viel wichtiger?"
Herr K.:
"Man muss sich ja überlegen, wozu Schule ausbilden soll? Wenn man Maler oder Künstler ausbilden wollte, wäre das richtig. Aber darum geht es nicht. Der Schüler soll sich ein breiteres Wissen über Kunstgeschichte verschaffen und Methoden erlernen, wie man Bilder verstehen kann. Man hat viel mehr Spaß an der Kunst; wenn man viel darüber weiß? Natürlich muss man auch gut malen können. Das geht aber auch nicht ohne Theorie."
Schülerin:
"Das heißt man muss gar nicht ganz toll malen können, um Kunst zu wählen?"
Herr K.:
"Das stimmt. Man muss nicht besonders gut malen können, um am Kunstunterricht teilzunehmen. Es ist viel wichtiger Interesse für die Kunst und Malerei mitzubringen."
Schülerin:
"Was werden denn für Themen durchgenommen?"
Herr K.:
"In der 11.1 wird der Themenschwerpunkt Farbe behandelt.
In der 11.2 ist der Naturalismus bzw. die Perspektive interessant. Es geht in erster Linie darum, wie kann ich mit bildnerischen Mitteln die Illusion der Räumlichkeit erzeugen?"
Schülerin:
"Und was behandelt man in der 12 und 13?"
Herr K.:
"In der 12.1 geht es um Portraits und Menschendarstellung im Wandel der Zeit. Da wird sich die Frage gestellt.: ,Wie wird das Thema Portrait in den verschiedenen Epochen von den Künstlern behandelt?´
Dann in der 12.2 nimmt man das Thema Realismus durch.
13.1 ist das Halbjahr der Architektur und Plastik. Ziel ist es ein dreidimensionales Kunstwerk zu erstellen.
Schließlich in 13.2 beschäftigt man sich noch mit dem Leben eine Künstlers."
Schülerin:
"Man kann Kunst ja auch schriftlich wählen. Was kommt in so einer Kunstklausur vor?"
Herr K.:
"Es gibt drei Möglichkeiten:
1.Eine praktische Aufgabe mit schriftlicher Erläuterung."
Schülerin:
"Können sie mir ein Beispiel geben?"
Herr K.:
"So eine Aufgabe könnte lauten: "Erstellen sie eine Landschaft und erzeugen sie durch Farbgebung den Eindruck größtmöglicher Räumlichkeit. In der Erläuterung müssten sie dann schließlich darlegen, mit welchen Mitteln, Sie diese Aufgabe gelöst haben.
Eine Zweite Möglichkeit wäre die Aufgabe ein Bild zu Interpretieren, oder zwei Bilder zu vergleichen.

3. Das dritte wäre eine künstlerische Problemerörterung. Die Aufgabenstellung könnte lauten: ,Vergleichen oder erörtern Sie, wie sich der Begriff des Naturalismus von der Frührenaissance bis zur Moderne verändert hat.`"

Philosophie:

Schülerin:
"Was sind die Gründe, warum jemand Philosophie und nicht Religion wählen sollte, abgesehen von der Religionszugehörigkeit? Also mit anderen Worten, was ist das Besondere an Philosophie?"
Herr M.:
"Man kann diese Frage so nicht stellen, weil es keine Gründe gibt, außer dem oben genannten, Religion nicht zu wählen. Philosophie hat den Vorzug gegenüber allen anderen Fächern, dass sie nicht an eine bestimmte Methode gebunden ist und an bestimmte Gegenstände. Philosophie erzieht zur kritischen Begutachtung seiner Selbst und der Umwelt. Diese Fähigkeit lässt sich für alle Fächer nutzen. In Philosophie lernt man vorzugsweise die Art des Fragestellens."
Schülerin:
"Welche Themen werden in Philosophie unterrichtet?"
Herr M:
" ,Was ist Philosophie`, diese Frage steht am Anfang.
Dann kommen die allgemeinen Themen.
Erst behandelt man den Mythos und den Logos und dann die 4 kant`schen Fragen"
Schülerin?:
"Was sind das für Fragen?"
Herr M.:
"Die Fragen lauten: 1. Was kann ich wissen?
2. Was soll ich tun?
3. Was darf ich hoffen?
4. Was ist der Mensch?"
Schülerin:
" Das sind also die Themen der 11. Klasse?"
Herr M.:
"Ja, die Wichtigsten.
In der 12. Klasse werden einzelne Philosophen besprochen. Das sind z.B. Heydecker, Aristoteles, Platon und Adorno."
Schülerin:
"Warum haben sie sich dazu entschlossen Philosophie zu unterrichten?"
Herr M.:
"Ich meinte, dass es wichtig ist, Schüler in einer bestimmten Phase ihres Lebens mit Philosophie zu konfrontieren."
Schülerin:
"Warum?"
Herr M.:
"Es gehört zur Persönlichkeitsbildung Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen."
Schülerin:
"Würden sie von sich sagen, das sie ein Philosoph sind?"
Herr M.:
"Das kann ich nicht sagen, weil ich nicht weiß, was ein Philosoph ist."
Schülerin:
"Eine sehr philosophische Antwort."
Schülerin:
"Was sollte man mitbringen, um in diesem Fach zurechtzukommen?"
Herr M.:
"Sprachkenntnisse, Lust zum Schreiben, Denken und vor allem Lust auf das zu hören, was andere sagen."
Schülerin:
"Glauben sie , dass Philosophie den Schülern Spaß macht?"
Herr M.:
"Ja. Prinzipiell gehe ich davon aus. Philosophieren ist das eigentümlichste Bedürfnis des Menschen. Der Mensch ist so geschaffen, dass er sich immer Fragen stellt."

Englisch

Schülerin?:
Was für Englischkenntnisse werden beim Eintritt in die Oberstufe vorrausgesetzt?
Frau C.:
Es wird vorrausgesetzt, dass man den Stoff der SekI beherrscht. Das heißt, die Grammatik kann und einen gewissen Wortschatz besitzt. In der SekII geht es nicht mehr so um den Spracherwerb, sondern um dessen Differenzierung.
Schülerin?:
Welche Themen werden behandelt?
Frau C.:
Die Vorgaben werden gerade verändert. Das Schulcurriculum sieht aber vor, dass man die Bereiche Großbritannien, USA und "englisch as world language" unter bestimmten Aspekten mittels literarischen Texten, oder Sachtexten bespricht. Durch das Zentralabitur ändert sich das Curriculum.
Schülerin?:
Welche Fertigkeiten werden am Ende der 13 erwartet?
Frau C.:
Es ist wichtig, dass man fließend in komplexen Zusammenhängen sprechen kann und auch den idiomatischen Sprachgebrauch beherrschen. Weiter muss man komplexe Texte verstehen und auch die Fähigkeit haben situationsbezogen reagieren zu können.
Schülerin?:
Was würden sie demjenigen empfehlen, der mit Englisch Probleme hat?
Frau C.:
Derjenige sollte versuchen sich so viel wie möglich mit Englisch zu beschäftigen, das heißt sich mit der Grammatik befassen und Englische Texte lesen oder Englische Medien nutzen. Er könnte englische Tageszeitungen lesen, oder Filme und DVD`s schauen, Zeitschriften lesen, oder im Internet surfen. Man darf nicht aufgeben und muss eigenverantwortlich dafür sorgen, dass man sich in Englisch verbessert.
Schülerin?:
Würden Sie empfehlen Englisch abzuwählen und dafür eine andere Fremdsprache fortzuführen?
Frau C.:
Auf keinen Fall. Jeder qualifizierte Beruf erfordert Englischkenntnisse. Ebenso sind sie für einen Ausbildungsplatz notwendig. Beim Studium wird häufig die ganze Forschungsliteratur nur auf englisch angeboten.
Schülerin?:
Reicht das Schulenglisch für einen späteren Beruf aus?
Frau C.:
Das kommt immer auf den Beruf an. Aber das Schulenglisch bietet eine sehr gute Grundlage, um an der Stelle weiter zu lernen, an der man aufgehört hat.

Deutsch

Schülerin:
Guten Tag, kann ich mit ihnen ein Interview halten?
Frau B.:
Wir können es ja mal versuchen
Schülerin:
Jeder Schüler hatte schon sechs Jahre Deutsch in der Unterstufe. Hat man nicht schon alles gelernt, was zu lernen ist?
Frau B.:
Das wäre schön, ist aber leider nicht so. Man muss Deutsch bis zum Abitur weitermachen, entweder als Grund oder Leistungskurs
Schülerin:
Inwiefern unterscheiden sich die Anforderungen zwischen Deutsch in der Unter- und Oberstufe?
Frau B.:
In der Unterstufe werden auch noch solche Dinge wie Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung behandelt. In der Oberstufe dahingegen geht es vor allen Dingen um die Analyse und das Verfassen von komplizierteren Texten.
Schülerin:
Was für Themenwerden im Laufe der Drei Jahre durchgenommen?
Frau B.:
Der Deutschlehrer hat da relative Freiheit. Aber es werden Gedichte analysiert, Dramen, d.h. Theaterstücke besprochen und Romane gelesen. Außerdem werden Sachtexte analysiert und man macht sich Gedanken darüber, wie Sprache als System überhaupt funktioniert. Es werden z.B. Kommunikationssituationen besprochen oder auch in Rollenspielen selber ausprobiert. Da gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten.
Schülerin:
Das hört sich ja interessant an.
Es gibt ja die Möglichkeit Deutsch als Leistungskurs zu wählen. Worin unterscheiden sich denn Grund- und Leistungskurs?
Frau B.:
Erst einmal hat der Deutsch- Leistungskurs einfach netterweise mehr Zeit. Es macht schon einen erheblichen Unterschied aus, ob man drei Stunden oder fünf Stunden in der Woche arbeiten kann. Im Leistungskurs kann man Dinge tiefergehend besprechen. Man kann zum Beispiel auch ein Stückchen auf die Literatur des Mittelalters eingehen. Die Schüler können Texte auch wesentlich besser selber ausprobieren und kreativ zugestalten. Man kann sich außerdem auch Gedanken über Fächerzusammenhänge machen. Z.B. kann man den Expressionismus in Sprache und in Kunst näher betrachten. Man kann einfach tiefergehend arbeiten.
Schülerin:
Warum wird an unserer Schule Deutsch vierstündig unterrichtet?
Frau B.:
Wir versuchen in der Vierstündigkeit nachzuarbeiten, da nicht alle Schüler Eingangsvorrausetzungen wie Grammatik und Rechtschreibung perfekt beherrschen. Zusätzlich gibt es bei uns die Möglichkeit Deutsch als Angleichkurs zu wählen. Da wird auch vor allen Dingen den nicht Muttersprachlern geholfen perfekter in der deutschen Sprache zu werden.
Schülerin:
Vielen Dank für das Interview.

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